GILDE Stiftung des Fleischerhandwerks e.V. ehrt drei ausgezeichnete Ausbildungsbetriebe

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Fit für Azubis – Die besten Initiativen 2024

Neue Ideen und langer Atem in der Ausbildung im Fleischerhandwerk

Im Rahmen der Gala zur erstmaligen Ehrung des „Fleischer des Jahres 2024“ wurden auch die diesjährigen Gewinner des Wettbewerbs „Fit für Azubis“ ausgezeichnet. Die GILDE-Vorstände Rainer Laabs und Sabine Steidinger überreichten jeweils einen Förderpreis in Höhe von 2.000 Euro an die Metzgereien Bosch aus Herrenberg, Brath aus Karlsruhe und Häfele aus Winnenden.

Die drei Betriebe überzeugten die Jury der GILDE Stiftung mit innovativen Ideen, großem persönlichem Engagement und einer Ausbildungskultur, die junge Menschen nachhaltig für das Fleischerhandwerk begeistert. Ob intensive Betreuung, moderne Nachwuchsgewinnung oder internationale Ausbildungswege – die ausgezeichneten Unternehmen zeigen, wie vielfältig und zukunftsorientiert Ausbildung heute gestaltet werden kann.

 

Metzgerei Bosch (Herrenberg)

 

Fit für Azubis – Die besten Initiativen 2024 Metzgerei Bosch, HerrenbergDennis und Fabienne Bosch nahmen gemeinsam mit Auszubildendem Michael Berner die Auszeichnung „Fit für Azubis 2024“ und den Förderpreis der GILDE Stiftung entgegen, überreicht von Sabine Steidinger im Namen der GILDE Stiftung.  Foto: Felix Holland/afz 

Mit Fabienne und Dennis Bosch steht inzwischen die dritte Generation an der Spitze des Familienbetriebs. Ihr Anspruch: Tradition und modernes Ausbildungsverständnis sinnvoll miteinander verbinden. Dazu gehört auch, das Handwerk von Grund auf zu vermitteln – inklusive klassischer handwerklicher Tätigkeiten. „Uns ist sehr wichtig, dass das Handwerk von der Pike auf gelernt wird“, betonte Dennis Bosch bei der Preisverleihung. 

Die Metzgerei engagiert sich aktiv in der Berufsorientierung an Schulen, bietet unterschiedliche Praktikumsformate an und unterstützt ihre Auszubildenden eng im Arbeitsalltag sowie in der Berufsschule. Eigene Messer und Schutzausrüstung gehören hier selbstverständlich zur Ausbildung dazu.

Die Metzgerei engagiert sich aktiv in der Berufsorientierung an Schulen, bietet unterschiedliche Praktikumsformate an und unterstützt ihre Auszubildenden eng im Arbeitsalltag sowie in der Berufsschule. Eigene Messer und Schutzausrüstung gehören hier selbstverständlich zur Ausbildung dazu.

Besonders bemerkenswert: Seit vielen Jahren wurde im Betrieb keine Ausbildung abgebrochen. Zudem konnten bereits zwei Geflüchtete aus Gambia erfolgreich ihre Ausbildung abschließen – einer von ihnen wurde sogar Jahrgangsbester der praktischen Prüfung der Innung Stuttgart und legte später erfolgreich die Meisterprüfung im Fleischerhandwerk ab.

 

 

Metzgerei Brath (Karlsruhe)

 

Fit für Azubis – Die besten Initiativen 2024 Metzgerei Brath, KarlsruheHeiko und Heike Brath nahmen gemeinsam mit dem Auszubildenden Jan Trautmann die Auszeichnung „Fit für Azubis 2024“ entgegen. Überreicht wurde der Förderpreis von den GILDE-Vorständen Sabine Steidinger und Rainer Laabs. Foto: Felix Holland/afz 

Die Metzgerei Brath steht seit Jahren für handwerkliche Qualität, kreative Konzepte und eine außergewöhnlich starke Arbeitgebermarke. Heiko Brath, Fleischsommelier, Betriebswirt des Handwerks, Dozent, Buchautor und YouTuber, hat den Familienbetrieb gemeinsam mit seiner Frau Heike kontinuierlich weiterentwickelt und immer wieder neu ausgerichtet.

Die Ausbildung im Betrieb geht bewusst weit über die klassische Produktion hinaus. Die Auszubildenden erhalten Einblicke in Verkauf, Küche und Catering und begleiten den Betrieb auf zahlreichen regionalen und überregionalen Events. Dadurch wird das Fleischerhandwerk modern, sichtbar und erlebbar vermittelt.

Ein besonderer Bestandteil des Ausbildungskonzepts ist die 2016 eröffnete „Fleischwerkstatt“ – ein eigener Seminar- und Workshopbereich, in dem zerlegt, gewurstet und gekocht wird. Die praxisnahen Formate richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und bieten auch den Auszubildenden zusätzliche Möglichkeiten, ihr Wissen zu vertiefen.

Großen Wert legt Brath auf eine intensive persönliche Betreuung. Gleichzeitig zeigt der Betrieb, wie wichtig Sichtbarkeit und Begeisterung für die Nachwuchsgewinnung geworden sind. Durch seine Präsenz in der Grillszene, als Dozent und in den sozialen Medien erreicht Heiko Brath viele junge Menschen weit über Karlsruhe hinaus. Inzwischen reicht die Strahlkraft des Betriebs sogar international – aktuell bildet die Metzgerei auch einen jungen Auszubildenden aus Vietnam aus.

 

Metzgerei Häfele (Winnenden)

 

Fit für Azubis – Die besten Initiativen 2024 Metzgerei Häfele, WinnendenArmin Häfele, Metzgermeister und Betriebswirt des Handwerks, sowie Sohn Amos, dualer Student an der DHBW, nahmen die Auszeichnung „Fit für Azubis 2024“ von den GILDE-Vorständen Sabine Steidinger und Rainer Laabs entgegen. Foto: Felix Holland/afz 

Die Metzgerei Häfele zählt mit zahlreichen Filialen, eigenem Schlachtbetrieb und rund 300 Mitarbeitenden zu den größeren familiengeführten Unternehmen im Fleischerhandwerk. Entsprechend zentral ist das Thema Ausbildung im gesamten Betrieb verankert.

Neben klassischen Ausbildungsberufen bietet Häfele auch duale Studiengänge im Bereich Food Management in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg an. Damit eröffnet das Unternehmen jungen Menschen unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten und langfristige Entwicklungsperspektiven im Lebensmittelhandwerk.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der internationalen Nachwuchsgewinnung und Integration. Junge Menschen aus dem Ausland werden gezielt angesprochen, intensiv begleitet und sowohl fachlich als auch sozial in Betrieb und Region eingebunden.  Aktuell absolvieren sieben junge Menschen aus Simbabwe eine Ausbildung im Betrieb – drei zur Fachverkäuferin und vier zum Fleischer. So entsteht ein Ausbildungskonzept, das auf Vielfalt, Stabilität und Zukunftsorientierung setzt.

Auch innerhalb der Unternehmerfamilie spielt Nachwuchs eine zentrale Rolle. Drei von vier Söhnen der zweiten Generation von Margit und Werner Häfele sind bereits im Unternehmen tätig, der erste von 13 Enkeln steht ebenfalls schon in den Startlöchern. Die Auszeichnung unterstreicht die konsequente Ausrichtung des Familienbetriebs auf nachhaltige Nachwuchsförderung über Generationen hinweg.