4 min.


Generalversammlung 2025: Gilde will voll durchstarten

FRANKFURT Die Milliarde haben die 38 Mitgliedsbetriebe der Gilde im vergangenen Jahr als Umsatzziel nur knapp verfehlt. Unsicherheiten bei Unternehmen und Verbrauchern schwächten die Geschäfte. Im laufenden Jahr wollen die Genossen die magische Marke aber wieder toppen.

Im Rahmen der IFFA 2025 trafen sich die Mitglieder der Gilde eG zu ihrer jährlichen Generalversammlung, diesmal auf dem Frankfurter Messegelände. Vorstandssprecher Rainer Laabs blickte zurück auf ein ereignisreiches Jahr 2024, in dessen Zentrum die Umbenennung der traditionsreichen Genossenschaft von Zentrag in Gilde stand. Dabei ging es dem seit September 2023 amtierenden Vorstand und Nachfolger von Anton Wahl um mehr als einen  bloßen Namenswechsel: Nach innen soll die gemeinsame Dachmarke Gilde den Zusammenhalt stärkend, während nach außen hin neue Kundenkreise angesprochen werden sollen. Das unterstreicht auch der Slogan „Die Genusshandwerker“.

Im abgelaufenen Jahr hatten die Genossen mit Unsicherheiten bei Unternehmen und Verbrauchern zu kämpfen, so dass die Umsätze des Vorjahres nicht erreicht wurden: Die Gilde eG mit Sitz in Frankfurt am Main erzielte 2024 einen Umsatz von 312,6 Mio. Euro. Gegenüber 2023 bedeutete das ein Minus von 2,8 Prozent. Dabei entfielen 124,4 Mio. Euro (-0,9 Prozent) auf das Eigengeschäft und 188,2 Mio. Euro (-4,1 Prozent) auf das Zentralregulierungsgeschäft. Dabei verteilte sich das Minus recht gleichmäßig über die verschiedenen Warengruppen hinweg. Allein das Geschäft mit Geflügel erzielte weiter ein Plus von 3,7 Prozent.
Der Gruppenumsatz der angeschlossenen Wirtschaftsorganisationen belief sich 2024 auf 980,5 Mio. Euro (2023: 1.015,56 Mio. Euro). Der Durchschnittsumsatz verringerte sich dabei von 26,7 Mio. Euro in 2023 auf 25,8 Mio. Euro im vergangenen Jahr. Dabei ist das Umsatzvolumen weit gespreizt: An der Spitze steht die Mega in Stuttgart mit 131,6 Mio. Euro, gefolgt von Leipzig mit 100,3 Mio. Euro und Ettelbruck (Luxemburg) mit 71,0 Mio. Euro. Die Nummer 38, Coburg, steht für 653.000 Euro Umsatz in 2024.

25_GILDE_IFFA_17Vorstand und Aufsichtsrat der Gilde in alter und zugleich neuer Besetzung. Man traf sich auf dem Messegelände in Frankfurt im Rahmen der IFFA.

Aufsichtsrat und Vorstand schlugen der Generalversammlung der Fleischergenossenschaft vor, aus dem Bilanzgewinn von gut 870.000 Euro unter anderem gut 180.000 Euro für die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von vier Prozent zu verwenden. Der restliche Betrag soll zur Stärkung der Rücklagen und als Gewinnvortrag verwendet werden. Diesem Vorschlag stimmte die Versammlung zu.

Der Aufsichtsrat-Vorsitzende Michael Boddenberg ließ seinen Blick ebenfalls zurück schweifen auf das vergangene Jahr. Dabei wertete er die Neuausrichtung der Genossenschaft als richtigen Weg: „Wir müssen noch enger zusammenrücken“, lautete dabei sein Appell. Schließlich werde der Markt immer preisaggressiver und auch enger. Mit einem stärkeren gemeinsamen Auftritt unter der Marke Gilde heiße es nun die Umsätze zu konsolidieren. „Die ersten Ansätze sind da schon sehr erfreulich“, blickte Boddenberg optimistisch auf das laufende Jahr. Dem pflichtete Rainer Laabs vollumfänglich bei. Die wirtschaftlichen Vorzeichen für 2025 seien schon deutlich bessere: Die Unternehmen setzten große Hoffnung auf die neue Bundesregierung, der Fleischkonsum stabilisiere sich und auch beim Fachkräftemangel sieht er „Licht am Ende des Tunnels“: Das Fleischerhandwerk freue sich zuletzt über steigende Azubizahlen.

Das Motto für 2025 lautet: „Durchstarten!“ Die gemeinsame Marke Gilde müsse nun mit Leben gefüllt werden und „zum Fliegen kommen“, unterstrich der Vorstandsvorsitzende. Nun gelte: Einer für alle, alle für einen. Und da biete auch die Bedarfsdeckung der Mitglieder bei der Gilde einen lohnenden Ansatzpunkt. Alle turnusgemäß ausscheidenden Vorstände und Aufsichtsräte wurden wieder in ihre Ämter gewählt. Hans-Joachim Hähnel wurde trotz Überschreiten der Altersgrenze als nebenamtliches Vorstandsmitglied bestätigt.

Quelle: afz.fleischwirtschaft.de vom 09. Mai 2025